Rezensionen

Das Juwel ~ Die Gabe – Amy Ewing

Verlag: FJB

Genre: Fantasy

Seiten: 448

Preis:     16,99€ (gebunden)

                8,99€ (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-8414-2104-3

Ersterscheinung: 20. August 2015

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Klappentext:

„Darf ich dir eine Frage stellen, Nummer 197?“ sagt Lucien leise. „Willst du dieses Leben?“

Prunkvolle Schlösser, schöne Kleider, rauschende Feste. Stell dir vor, du wirst aufgrund deiner Begabung für ein solches Schwelgen im Luxus auserwählt. Du darfst im Palast der Herzogin wohnen. Aber was passiert, wenn du ihr trotz deines herausragenden Talents und deiner außergewöhnlichen Schönheit nicht geben kannst, was sie verlangt?

Hinter den glänzenden Fassaden des Juwels lauern Manipulation, Gewalt und Tod.

https://www.fischerverlage.de/buch/amy_ewing_das_juwel-die_gabe/9783841421043

© S. FISCHER Verlag GmbH/FISCHER Kinder- und Jugendbuch Verlag GmbH Frankfurt am Main 2019

Schreibstil: Amy Ewing hat einen leicht zu lesenden Schreibstil. Nach dem man die neuen Begriffe verinnerlicht hat sind alle Stolpersteine aus dem Weg geräumt.

Meinung:

Violet lebt auf einer Insel die „Die einzige Stadt“ genannt wird, umringt von einer Mauer, die vor dem Meer schützt, das alle Bewohner in Gefahr bringt. Die einzige Stadt ist unterteilt in fünf Zonen, die wie ineinander liegende Ringe angeordnet sind. Der äußerste Ring nennt sich „der Sumpf“, hier gibt es keine Industrie und die Bewohner leben in Armut, die meisten arbeiten in einem der anderen Ringe. „Die Farm“ ist der zweite Ring nach dem Sumpf, hier werden die Lebensmittel produziert. Der dritte Ring ist „der Schlot“, hier befinden sich die Fabriken der einzigen Stadt. Der vierte Ring nennt sich „die Bank“, in diesem Ring haben die Kaufleute ihre Geschäfte. Das Zentrum der einzigen Stadt ist „Das Juwel“, der Sitz der herrschenden Klasse, dem Adel.

Violet stammt aus dem Sumpf und hat eine besondere Fähigkeit; sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern. Diese Fähigkeit haben nur Mädchen mit einer bestimmten Genmutation aus dem Sumpf. Dies hat sich der Adel, der keine Kinder bekommen kann, zu Nutze gemacht. In dem Alter, in dem die Mädchen des Sumpfes geschlechtsreif werden, müssen sie einen Bluttest machen, bei dem herausgefunden wird ob sie die Genmutation in sich tragen. Ist dies der Fall, werden die Mädchen in Institutionen gebracht in denen sie zu sogenannten „Surrogaten“ ausgebildet werden. Ihre Familien werden mit Geld für den Verlust ihrer Tochter entschädigt, allerdings dürfen sie diese bis auf einen einzigen Tag nie wiedersehen. An dem Tag vor der Auktion, genannt „Tag der Bilanz“.

Am Tag der Auktion werden die Mädchen, darunter auch Violet, an den Adel versteigert. Sie dienen dem Adel als Leihmütter, die die Kinder nach den wünschen des Adels Formen sollen. Violet gerät an eines der vier Gründungshäuser und die Herzogin hat genaue Pläne mit ihr. Welche Konsequenzen das Leben als Surrogate beim Adel hat, weiß Violet nicht. Doch sie weiß, dass das Leben bei der Herzogin nicht nur Gutes mit sich bringen wird…

Die Protagonistin hat mir in Anbetracht der Umstände, in denen sie lebt und aufgewachsen ist gefallen. Violets Charakter wurde über mehrere Jahre in der Institution „Southgate“ zu einem Surrogat geformt, einer Leihmutter, die keinen eigenen Willen besitzen sollte. Sie hatte Jahre lang keinen Kontakt zur Außenwelt nur zu den Mädchen und den Betreuerinnen der Institution. Somit war es für mich vollkommen in Ordnung, wenn sie sich in manchen Situationen nicht zu helfen wusste. Doch mit den Kapiteln entwickelt sie eine bestimmte Charakterstärke und setzt ihren eigenen Wilen durch bzw. trifft die für sich richtigscheinenden Entscheidungen, auch wenn diese oft falsch gewählt sind und schwere Konsequenzen folgen. Ash, der Violets Herz erobert, ist mir persönlich zu wenig ausgebaut. Er ist ein sehr sympathischer Charakter, der eine harte Vergangenheit hat. Zum wohl seiner Schwester, die eine Staublunge hat, musste er seine Familie verlassen, um Geld für die Behandlung zu verdienen. Seither ist er der Gefährte der Töchter der Adligen. Gefährten zeigen den Töchtern wie ihr Leben mit einem Mann aussehen wird und bereitet diese auf das Leben vor.

Die Nebencharaktere sind in meinen Augen eher schwach ausgebaut. Raven und Lilly sind ebenfalls Surrogate und wurden zusammen mit Violet bei der Auktion versteigert. Sie haben nur kurze Auftritte im Buch und man erfährt (auch wenn sie gute Freundinnen von Violet sind) nur wenig über sie. Meine Meinung über die Herzogin vom See war anfangs noch gespalten, ich war mir unschlüssig ob sie eine gutherzige Frau mit einer bösen Maske ist oder ob sie wirklich eine vollkommen schlechte Person ist. Nach Kapitel zehn wurde mir bewusst, diese Frau ist durch und durch böse und das gute in ihr nur ein Schein. Jedoch hat die Autorin zu viele Nebencharaktere geschaffen, um sie alle unterscheiden zu können, es gibt zu viele Adelshäuser und somit zu viele Adlige Personen, die erwähnt werden oder mit denen sich die Herzogin vom See unterhält. Ich habe irgendwann in dem Buch den Überblick verloren und musste immer mal wieder zurückblättern, um die Verbindungen zwischen den Personen aufzufrischen.

Die Kernidee des Buches gefällt mir, jedoch zog die Autorin manche Teile zu sehr in die Länge weshalb die Spannung beim Lesen etwas auf der Stecke liegen blieb. Von Violet und Ash hätte ich mir mehr Szenen gewünscht, denn ihre Liebesgeschichte entwickelte sich sehr schnell und erschien durch die paar Augenblicke, die die beiden zusammen verbrachten nicht authentisch. Das letzte Kapitel endet mit einem Cliffhanger und war für mich die spannendste Szene im ganzen Buch.

Fazit:

Das Juwel ist ein Buch, was in mir gemischte Gefühle weckt. Einerseits finde ich es gelungen, auch wenn einiges erst nach und nach klar wird und andererseits fehlt mir die Spannung. Ich erhoffe mir mit dem zweiten Teil des Buches mehr Spannung.

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